Aufstiegsqualifikationen

Karriere machen - aber wie?

Im Baugewerbe gibt es viele Möglichkeiten, beruflich aufzusteigen.
Die verschiedenen Lehrgänge unterscheiden sich sowohl nach ihrer Position in der Qualifikationsstufe, als auch nach ihrem Inhalt. Spezialisiert werden die Fachrichtungen Hochbau und Tiefbau.

Eine Aufstiegsqualifikation ist auch ohne eine abgeschlossene Ausbildung im Hoch- oder Tiefbau möglich. Voraussetzung dafür ist entweder eine abgeschlossene Ausbildung in einem anderen Beruf mit entsprechender Berufserfahrung oder einschlägige Berufspraxis ohne formale Ausbildung.


Vorarbeiter (m/w/d)

Vorarbeiter sind das Bindeglied zwischen der Bauleitung und den Facharbeitern, indem er Fortschritte und Probleme kommuniziert, sowie Anweisungen von Bauleitung und Polier*innen umsetzt. Sie arbeiten selber noch mit, beaufsichtigen darüber hinaus allerdings kleinere Teams und übernehmen mehr Verantwortung für die Koordination.

Voraussetzungen:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • 4 Jahre Berufserfahrung (inklusive Ausbildungsdauer) oder 5 Jahre ohne Abschluss (Bescheinigung über Tätigkeiten (keine Bauhelfer))

Außerdem solltest du zuverlässig und gut organisieren, sowie dich gut durchsetzen und kommunizieren können.

    • Dauer: 3 Monate (Abendlehrgang)
    • Kosten: 1200€ + Prüfungsgebühren (Stand 01.01.2026)
    • 2 Ausbildungsbereiche:
      • 1. Bautechnik und Baubetrieb
      • 2. Mitarbeiterführung

    Werkpolier (m/w/d)

    Werkpoliere stehen hierarchisch über Vorarbeiter*innen und übernehmen organisatorische, fachliche und zum Teil kaufmännische Verantwortung für größere Baustellenbereiche. Sie sind für die fachliche Qualität und Ausführung verantwortlich und übernehmen die Führung mehrerer Teams indem sie Vorarbeiter*innen, Facharbeiter*innen, den Bauablauf und den Material-, sowie Geräteeinsatz koordinieren.

    Voraussetzungen:

    • Abgeschlossene Berufsausbildung
    • 5 Jahre Berufserfahrung (inklusive Ausbildungszeit), Vorarbeiter nicht notwendig
    • Oder Nachweis über 6 Jahre Berufserfahrung ohne Ausbildung 

    Werkpolier*innen brauchen sehr gute Kenntnisse im eigenen Gewerk, benötigen Führungsqualitäten und Durchsetzungsfähigkeiten. Vorteilhaft (aber nicht zwingend notwendig) sind ein abgeschlossener Vorarbeiter-Lehrgang, sowie Kenntnisse in der Baustellenplanung und Kalkulation.

    • Dauer: 9 Monate
    • Kosten: 3300€ + Prüfungsgebühren (Stand 01.01.2026)
    • 3 Ausbildungsbereiche: 1. Baubetrieb, 2. Bautechnik / Grundlagen Hoch- oder Tiefbau, 3. Mitarbeiterführung und Personalmanagement

    Der Lehrgang zum Werkpolier ist förderfähig (Aufstiegs-BAföG).


    Geprüfter Polier (Bachelor Professional) (m/w/d)

    Noch mehr Verantwortung auf fachlicher Ebene, sowie in der Personalplanung übernehmen Poliere. Als direkt der Bauleitung unterstellt übernehmen diese die gesamte Organisation, Koordination und Überwachung auf der Baustelle. Sie sind verantwortlich für den Ablauf, die Termin- und Materialplanung, schulen und unterweisen die Facharbeitenden und wirken bei Abnahmen mit. Poliere arbeiten also seltener handwerklich mit als Werkpoliere, ihr Fokus liegt auf der Leitung und sie dürfen eine eigene Firma gründen.

    Voraussetzungen: 

    • abgeschlossene Berufsausbildung (Gesellenbrief im Gewerk)
    • Oder eine andere abgeschlossene Ausbildung und mindestens 3 Jahre nachzuweisende Berufserfahrung 
    • 5 Jahre Berufserfahrung (inklusive Ausbildungszeit), 
    • Bestandene Werkpolierprüfung / -wissen, Vorarbeiter-Abschluss nicht notwendig

    Um als geprüfter Polier zu arbeiten benötigt es zwei Prüfungsteile:

    --> Prüfungsteil 1: Berufs- und arbeitspädagogische Qualifikationen (AEVO)

    • Befähigung zur Ausbildung von Lehrlingen nach dem Berufsbildungsgesetz
    • Dauer: 1 - 5 Tage Intensivseminar bis 6 - 12 Wochen berufsbegleitend
    • Inhalte: Rechtiche und organisatorische Rahmenbedingungen, Ausbildungsplanung und -durchführung, Kontrolle und Beurteilung
    • Kosten: ca. 400 - 700 € + Prüfungsgebühren
    • Abschluss: IHK / HWK Prüfung (schriftlich und praktisch)

    --> Prüfungsteil 2: Hauptlehrgang "Geprüfter Polier"

    • Dauer: 12 Monate (Abendlehrgang)
    • Kosten: Ca. 4000€ + Prüfungsgebühren
    • Abschluss: IHK Prüfung 
    • Ausbildungsinhalte:
      • 1. Baubetrieb
      • 2. Bautechnik
      • 3. Mitarbeiterführung und Personalmanagement

    Der Lehrgang zum geprüften Polier ist förderfähig (Aufstiegs-BAföG).

    Meister (Bachelor Professional) (m/w/d)

    Der Meistertitel ist die höchste operative Führungskraft im Baugewerbe. Meister*innen sind verantwortlich für die korrekte Bauausführung, die Koordination des Personals, Materials, Abläufen und Geräten, Qualitätskontrolle und Sicherheit, sowie Ausbildung und Nachwuchsförderung. Darüber hinaus tragen sie die kaufmännische Verantwortung indem sie die Auftragsabwicklung, Kalkulation, Angebotserstellung und Budgetplanung übernehmen. Der Meistertitel ist darüber hinaus dem Bachelor gleichgestellt und eine Voraussetzung für die Selbstständigkeit im Handwerk, außerdem ermöglicht der Titel Führungspositionen in verschiedenen Branchen.

    Voraussetzungen:

    • abgeschlossene Berufsausbildung
    • 3 Jahre Berufserfahrung (inklusive Ausbildungszeit)
    • Vorarbeiter*innen oder Polier*innen Erfahrungen sind vorteilhaft, jedoch nicht zwingend notwendig

    Details zum Lehrgang

    • Dauer: Ca. 12 - 16 Monate (Abendlehrgang)
    • Kosten: Ca. 12.000€ mit allen 4 Teilen und Prüfungsgebühr
    • 4 Ausbildungsteile:
      • 1. Fachpraxis (berufsspezifisch)
      • 2. Fachtheorie (berufsspezifisch)
      • 3. Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Grundlagen
      • 4. Berufs- und Arbeitspädagogik
    • Teile können auch anerkannt werden (BWL oder AIVO, etc.)

    Der Lehrgang zum Meister ist förderfähig soweit noch kein höherer Abschluss erreicht wurde (Aufstiegs-BAföG).